Wie viel Social Media vertr??gt der Mensch?

Nachdem ich mich auch noch bei Quora angemeldet habe, kam ich auf den Gedanken, meine gesammelten Social-Media-Aktivitäten zu erfassen und visuell aufzubereiten. Dabei ist folgende Matrix-Struktur entstanden:

Social_media_landscape

Die Übersicht ist eindrücklich und man fragt sich unweigerlich: Macht das Sinn? Und wie kann man eine solche Komplexität als Mensch bewältigen? 

  • Für mich wie für viele andere sind Social Media ein wichtiger Teil des Berufslebens. Den grössten Teil der Informationsbeschaffung und des Monitorings habe ich vollständig aufs Web ausgelagert, was sich sehr bewährt, insbesondere weil Inhalte in der Regel ohne Medienbruch gespeichert oder weitverarbeitet werden können.
  • Social Media haben darüber hinaus eine wichtige private, berufliche und nebenberufliche Networking-Funktion. Der Kontakt mit einem erweiterten und geografisch verteilten Freundes- und Bekanntenkreis braucht zwar zusätzliche Zeit, ist aber auch ein persönlicher Gewinn.
  • Und zu guter Letzt sind Social Media auch Unterhaltung, was dann vor allem auf Kosten der Zeit vor dem Fernseher geht.

Insgesamt ist der Input-Teil nicht übermässig belastend. Zeitraubend und anspruchsvoll wird es erst, wenn man auch ernsthaften Output generieren will, der über Likes oder Youtube-Filme-Posten hinaus gehen soll. Um einen Beitrag für diesen Blog zu verfassen, benötige ich in der Regel mehr als zwei Stunden. Hohe Effizienz ist gefordert, ein klares “Vertriebskonzept” ist nötig. Meine seriösen und professionellen Inhalte werden über diesen Blog publiziert und dann parallel über verschiedene Kanäle verteilt, um ein grösstmögliches Zielpublikum zu erreichen.

Es gibt gemäss dieser Matrix kein Tool, das wirklich alles optimal beherrscht. Und ein Meta-Instrument über allem wird es so bald nicht geben, weil dies gegen die Interessen der verschiedenen Anbieter ginge. Es gibt zwar Programme, die ein zentrales Bewirtschaften von Inhalten ermöglichen, aber diese sind für den persönlichen Gebrauch nicht zweckmässig und decken eigentlich auch nur den Business-Aspekt ab (Social Media dienen eben nicht nur Beruf und Geschäft). 

PS: Die Matrix zeigt auch, weshalb Facebook 100 Milliarden Dollar wert sein soll: Sein Anwendungsgebiet ist sehr gross, man kann viele Funktionen damit abdecken (und der Spassfaktor ist beträchtlich). Allerdings würde ich Stand heute den Kauf der Aktie nicht empfehlen. So rechnet Frédéric Filloux in seiner letzten Monday Note vor, dass Facebook im kommenden Jahrzehnt seinen Umsatz jedes Jahr um 25 bis 30 Prozent steigern müsste, um diese Bewertung zu rechtfertigen. Und er legt sehr überzeugend dar, weshalb es unwahrscheinlich ist, dass dies gelingt.


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